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Im Rahmen des 20jährigen Bestehens des CORPUS Gesundheitszentrums in Oldenburg durfte ich am gestrigen Abend die Jubiläumsveranstaltung besuchen. Es war den geladenen Gästen vergönnt, ganz besondere Informationen zum Thema „Sportmedizin – Rückblick, Gegenwart, Zukunft“ zu erhalten. Kein Geringerer als Prof. mult. Dr. med. Dr.h.c.mult. Wildor Hollmann (Ehrenvorsitzender des Weltverbandes für Sportmedizin) hat es sich nicht nehmen lassen, den Festvortrag zu halten und die jahrzehntelange Arbeit von Dr. Wolfgang Oschkenat zu würdigen.

Wer sich aus welchen Gründen auch immer mit dem Thema Sportmedizin beschäftigt, wird irgendwann Literatur von Wildor Hollmann in den Händen halten. Der mittlerweile 86jährige Sportmediziner war viele Jahre Rektor der Sporthochschule in Köln und gründete dort 1958 sein international anerkanntes Institut für Kreislaufforschung. Neben der unglaubliche fachlichen Kompetenz ist es vor allem die unterhaltsame Art und Weise, die seine Vorträge immer zu etwas Besonderem machen.

Als junger Student erforschte Wildor Hollmann nach dem 2. Weltkrieg die Folgen von Bewegungsmangel für die Gesellschaft. Die stark zunehmende Rate der Herzinfarkttoten (1948: 5% – 1953: 25%)  gab Anlass, sich mit Bewegungsmangel als mögliche Ursache näher zu beschäftigen, denn weltweit gab es zu diesem Zeitpunkt noch keine aussagekräftige Literatur. Beispielsweise wurden zu Forschungszwecken Sportstudenten für 9 Tage „ins Bett gesteckt“. Ein Vorher-Nachher-Vergleich ergab erste Erkenntnisse über die Anpassung der körperlichen Grundfunktionen (Herz-Kreislauf-System, Stoffwechsel, etc.). Ein gefundenes Fressen waren auch Hüftpatienten! In der damaligen Zeit wurde Hüftpatienten nach erfolgter Operation für fast 3 Monate (!!) in ein Gipskorsett gepackt, um vermeintlicherweise den Heilungsprozess zu ermöglichen. Die Negativ-Effekte auf den gesamten Körper wurden von dem Team von Wildor Hollmann dokumentiert. Überhaupt ist die Sportmedizin (neben der Arbeitsmedizin) die einzige Fachrichtung, die den gesamten Menschen im Blick hat.

Das Ergebnisse des Bewegungsmangels sind eindeutig: Zunahme des Ruhepulses, stärkere Herzmuskelbelastung, steigendes Risiko der Arterienverkalkung, Abnahme des Lungenvolumens, verringerte Stoffwechsel- aktivität (insbesondere Insulinabbau!), Einschränkung der Intelligenz! Studien zufolge kann tatsächlich gesagt werden, dass sich nach einer 24 stündigen Bettruhe der Intelligenzquotient durchschnittlich um 1% reduziert.

Als Faustregel  gilt bei gesunden Menschen: Je niedriger der Blutdruck und der Ruhepuls, desto höher die Lebenserwartung! Richtig dosierte körperliche Bewegung hilft in diesem Zusammenhang besser als alles andere. „Gäbe es die Wirkung des Sports als Pille zu kaufen, sie wäre zweifellos die Pille des Jahrhunderts.“ (Zitat Wildor Hollmann).

Beeindruckend sind auch die aktuellen Forschungergebnisse. Nachweislich reduziert regelmäßige Bewegung und ein leichtes Ausdauertrining das Risiko von Tumor- und neurologischen Erkrankungen. Nach Einschätzung des statischtischen Bundesamtes werden bereits im Jahre 2030 die neurologischen Erkrankungen die Herz-Kreislauferkrankungen als Todesursache Nr.1 abgelöst haben.

Zusammengefasst 5 Regeln für ein langes Leben:

– körperliche Bewegung
– geistige Aktivität
– normales Körpergewicht
– positive Denkweise
– soziale Kontakte

Zum Schluß noch ein „Hollmann-Zitat“: Nutzen Sie die Möglichkeiten präventiver Bewegungsmedizin, um im HOHEN Alter JUNG und GLÜCKLICH zu sterben!

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