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Wenn wir im Fahrradbereich von diversen Trends sprechen können, so gehört die Entwicklung von Federungskomponenten immer dazu. Die Frage ist nur, ob Federung unter gesundheitssportlichen Aspekten generell sinnvoll ist und wenn ja, wie dann die „Massen“ gefedert werden sollen? Da der Markt derzeit regelrecht übersät ist mit gefederten Modellen, werden die Rufe lauter nach klassischen ungefederten Varianten. Und dies nicht einmal zu unrecht!

Ein ungefedertes Modell (ungefedert = keine Rahmenfederung, keine Federgabel, keine Federsattelstütze!)  hat tatsächlich zahlreiche Vorteile: Vergleichsweise geringeres Gewicht, geringere Defektanfälligkeit, höhere Stabilität, längere Lebensdauer und möglicherweise sogar einen geringeren Preis. Aus physiologischer Sicht macht ein ungefedertes Modell dahingehend Sinn, als dass Vibrationen und Fahrbahnstöße verstärkt vom Körper (Muskel, Gelenke, Bandapparat) „geschluckt“ werden müssen. Es entsteht mitunter ein aktiveres Radeln mit einer höheren muskulären Grundspannung. Körperwahrnehmung und etwas Haltungskontrolle vorausgesetzt! Aber trotz der vielen Vorteile der ungefederten Modelle einige Marktinformationen zu externen Federelementen.

Kritisch zu beurteilen sind Fahrradmodelle, die einen gefederten Rahmen als Basisgerüst vorweisen. Insbesondere aus Gewichts-, und im Einzelfall auch aus Stabilitätsgründen, ist mittlerweile deren Daseinsberechtigung in Frage gestellt. Nur einige wenige Rahmenversionen diverser Markenanbieter würden hier, unter Annahme des entsprechenden vorgegebenen Nutzungspotentials, das Prädikat „Empfehlenswert!“ erhalten. Im Allgemeinen ist bei dem Wunsch einer Federung die Kombination aus Federgabel/Federsattelstütze oder vor allem großvolumiger Bereifung zu bevorzugen.

In der qualitativen Einschätzung einer Federgabel können zunächst grundsätzlich die eingesetzten Materialien Stahl und Aluminium herangezogen werden. Einfache Modelle werden aus Stahlstandrohren, Stahltauchrohren sowie einem Stahlkopf gefertigt. Eine geringe qualitative Steigerung erfahren wir, wenn diverse Fahrradhersteller Federgabeln mit Aluminiumkopf einsetzen. In der Regel wird dann mit dem Begriff „Aluminium-Federgabel“ geworben. Dies trifft so im letzten Detail nicht zu. Erst wenn auch die Tauchrohre aus Aluminium gefertigt sind erscheint diese Definition nachvollziehbar. Im hochwertigen Segment der Federgabeln wird neben Aluminium der Werkstoff Magnesium eingesetzt, der noch einmal einige Gramm Gewichtsersparnis mit sich bringt. Zu beachten ist, egal in welcher Qualitätsstufe der Federgabeln wir uns bewegen, dass bei angezogener Vorderradbremse kein nennenswertes Spiel zwischen Stand- und Tauchrohren zu bemerken ist.

Zu den Materialien gesellen sich als Qualitätsmerkmale die Bedienfunktionen wie Einstellbarkeit oder eine Blockiermöglichkeit (Lock-Out). Eine Einstellbarkeit sorgt für das Abstimmen der Gabel auf das Fahrergewicht und/oder die Streckenverhältnisse, so dass uns die Federung nicht zu weich und nicht zu hart erscheint. In der Regel wird durch ein Drehelement die Federvorspannung verändert und somit das Ansprechverhalten beeinflusst. Interessant und praktikabel sind verschiedenste Blockiermöglichkeiten in Zusammenhang mit Federgabeln. Hier wird durch einen Dreh- oder Druckknopf die Federungsfunktion „außer Gefecht gesetzt“ und man hat das Gefühl ein Fahrrad mit starrer Gabel zu steuern. Wie ich finde, insbesondere im Allroundradbereich, eine sehr sinnvolle Ergänzung. Diese Lock-Out-Funktion wird in verschiedenen Varianten und technischen Lösungen angeboten. Sinnvoll ist eine einfache Handhabung des Lock-Outs auch während des Pedalierens.

Unterschlagen habe ich Ihnen bisher die eigentliche Funktion von Federgabeln. Der bessere Begriff für Federgabel wäre der Begriff Dämpfungsgabel. Durch den alleinigen Einsatz einer einfachen Feder werden Fahrbahnunebenheiten zwar aufgenommen, aber dann stellt sich die Frage, wohin mit der aufgenommenen Energie!? Bestimmte zusätzliche Dämpfungshilfsmittel, wie Elastomere oder Ölkartuschen, sorgen dafür, dass die entsprechenden Energien „geschluckt“ werden und kein permanentes und unangenehmes Wippen das Fahrradfahren zum Rodeo-Ritt macht.

Die Dämpfungsmechanismen einer Federgabel finden ebenfalls ihre Anwendung in gefederten Sattelstützen, wobei hier mehrheitlich, in Abhängigkeit vom Fahrergewicht, der Einsatz von verschieden harten  Elastomeren oder Stahlfedern überwiegt. Ein Tipp zum Schluß: Bei Beschwerden im Lendenwirbelbereich Finger weg von den sogenannten Parallelogramm-Federsattelstützen! Diese können weitere Schmerzempfindungen und Spannungen im Kreuz-Darmbeingelenk provozieren .

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