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Der Begriff der Sicherheit bedarf in Zusammenhang mit dem Produkt Fahrrad keiner detaillierten Definition. Im Allgemeinen stellt der Aspekt der Sicherheit einen der wichtigsten Faktoren dar. In diesem Bereich haben sich die Komponentengruppen der Bremsen  weit über die gesetzlichen Normen hinaus mit interessanten Details enorm weiterentwickelt.

Das Motto „Wer bremst ist feige!“ hat, wenn überhaupt, nur in der Sparte Downhill-Rennen eine Bedeutung. Bei diesen rasanten Abfahrten mit speziellen Mountainbikes kommt es auf jede Sekunde an! Und wenn dann doch mal in rasanten Spitzkehren, auf die die Extremsportler mit 90 Sachen zurasen, eine Bremse benötigt wird, so muss man sich darauf verlassen können. Sie fragen sich, warum ich auf einmal von Downhill – Rennen erzähle? Für den Bremsenbereich wurde in diesen extremen Fahrradnutzungsvarianten viel Entwicklungsarbeit geleistet. Dieses Know How bietet eine umfassende Basis für Bremssysteme auch im alltäglichen Bereich. Sicherlich sind diese dort nicht alle nötig und teilweise weniger empfehlenswert.

Ich will mich auf die Entwicklungen in Felgen- und Scheibenbremssystemen beschränken und werde zum Schluß noch einen Absatz zum Thema Rücktrittbremse ergänzen.

Grundsätzlich kann darin unterschieden werden, wie die eingeleitete Kraft per Hand über den Bremshebel in bzw. an den Bremskörper gelangt. Hier stehen sich zunächst mechanische oder hydraulische Ansteuerungsmechanismen gegenüber. Die mechanische Lösung erfolgt über einen Seilzug, der sich gleitend in einer Außenhülle bewegt. Die hydraulische Ansteuerung erfolgt im Rahmen eines geschlossenen Systems über den Geberzylinder im Bremshebel auf den Nehmerzylinder im Bremskörper. Eine ausgereifte hydraulische Ansteuerung, wie sie z.B. von Magura im Felgenbremsbereich unter den Bezeichnungen HS11 oder HS33 angeboten wird, ist qualitativ fast ausnahmslos hinsichtlich der Dosierung und des Wartungsumfanges einer oben beschriebenen Seilzuglösung vorzuziehen.

Für Komfort- und Allroundräder werden im Felgenbremsbereich aber mehrheitlich die mechanisch angesteuerten V-Bremsen eingesetzt. Diese unterscheiden sich hinsichtlich der Materialien, Bremsarmlängen und vor allem der Bremsbeläge. Als Grundmaterial wird, neben einfachem Stahl, überwiegend Aluminium eingesetzt. Im Zuge des Trends von komfortorientierter (sprich „dickerer“) Bereifung entsteht zusätzlich die Nachfrage nach längeren Bremsarmen, um den Seilzug sauber über den Reifen bzw. über das Schutzblech zu führen. Die Bremsbeläge müssen in ihrer Härte der Felgenqualität angepasst sein.

In Einstiegspreislagen werden teilweise etwas „schwammige“ Kunststoffbremshebel eingesetzt, die, in Kombination mit einfachen Stahl-V-Bremsen, eine nach DIN-Vorschrift immer noch ausreichende Bremswirkung erzielen. Dem vorzuziehen sind Bremshebel aus Aluminium, die mit wesentlich mehr Stabilität und Sicherheitsreserven aufwarten.

Nicht zu unterschätzen sind die insgesamt zu erreichenden Bremskräfte einer V-Bremse. Bisweilen erweisen sich V-Bremsen in ihrer Dosierung als etwas aggressiv und gewöhnungsbedürftig, sodass am Markt zusätzliche Powermodulatoren erhältlich sind, die das Bremsverhalten ein wenig neutralisieren.

Neben den beschriebenen Felgenbremsen werden seit längerer Zeit Scheibenbremsen montiert. Nach  meiner Meinung bringt dieser Trend im Allround- und Komfortradbereich teilweise ein gewisses Gefahrenpotential mit sich! Insbesondere in Einstiegspreislagen gibt es noch eine ganze Reihe von Anbietern, die mit eher einfachen Scheibenbremsvarianten optisch Aufsehen erregen möchten. Und wenn die Scheibenbremse tatsächlich einen qualitativ akzeptablen Standard erreicht hat, bleibt die Frage nach der Scheibenbremstauglichkeit der übrigen Komponenten (wie z.B. der Vorderradgabel), da verständlicherweise anders geartete Kräfte auf die Materialien wirken als bei Einsatz der Felgenbremse. Ich möchte betonen, dass entsprechende Trends im hochwertigen Bereich deswegen nicht generell in Frage zu stellen sind. Die Witterungsunabhängigkeit und das sensible Ansprechverhalten einer hochwertigen Scheibenbremse stellen zweifelsohne einen Vorteil dar. Der Nachteil eines möglichen und teilweise nicht zu vermeidenden Schleifgeräusches der Bremsbeläge an der Scheibe wird im Verhältnis dazu gerne akzeptiert.

Die (fast nur uns Deutschen) sehr gut bekannte Rücktrittbremse wurde in ihrer Bremsfunktion und Handhabung schon lange von den oben genannten Bremssystemen überholt. Sie stellt mehr und mehr ein Relikt aus traditionellem aber immer weniger effizientem Bremsverhalten dar. Hinzu kommt, dass der Freilaufnabe anstelle einer Rücktrittbremsenabe im Radleralltag einige Vorteile bezüglich der wählbaren Anfahrtposition der Pedal/Kurbel bietet. Allerdings ist die Rücktrittbremse für viele aus jahrelanger Gewohnheit ein Muss in der Fahrradnutzung. Vor diesem Hintergrund ist die Daseinsberechtigung zweifelsohne gegeben. In der Regel wird dies von allen Herstellern in Deutschland berücksichtigt.

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One Review

  • Anna Wallau

    Also, ich bin noch von der alten Rücktritt-Generation und finde das einfach sicherer. Vielleicht ist es auch Gewohnheit, aber die Lenkerbremsen lassen sich einfach nicht so dosieren.

    Mag sein, dass ich „rückschrittlich“ bin…. 😉

    LG
    Anna

Kommentare

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